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Nur das beste - oder was wirklich in Deinem Hundefutter steckt.

 

Wenn Du der Fernsehwerbung glauben schenkst, dann braucht Dein Hund für ein gesundes und langes Leben nichts weiter als Deine Zuneigung, genug Bewegung, und natürlich "Ultra Premium Futter" von [hier dann den Namen des Herstellers einfügen...].  

 

Selbstverständlich hat die Hundefutterindustrie mit einem Jahresumsatz von fast einer Milliarde Euro, allein in Deutschland, nichts weiter als die Gesundheit Deines Hundes im Sinn...   

 

Gehe doch einfach einmal in einen typischen Heimtiermarkt und betrachte deren Hundefutterangebot.  Da sieht man Bilder von saftigen Filetsteaks, frischem Gemüse, fetten gegrillten Hennen sowie Getreide und anderen gesunden Zutaten auf den Verpackungen der sogenannten "hochwertigen" Hundefuttersorten.  Da will man am liebsten selbst gleich mitessen.

 
 
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Möglicherweise sind wir ja etwas paranoisch, aber immer wenn es um eine große Menge Geld geht, läuten bei uns die Alarmglocken. Das gilt ganz besonders für Industriezweige, deren gesetzliche Regulierung immer noch zu wünschen übrig lässt. Schon wieder vergessen...? "Mehr Ärzte rauchen Camel..."  war einst ein sehr erfolgreicher Werbeslogan der Zigarettenindustrie. Zur gleichen Zeit wurden genau von dieser Industrie alle Studien, die erstmals die gesundheitsschädlichen Nebeneffekte des Zigarettenrauches nachwiesen, blockiert, oder unter den Teppich gekehrt.

 

Hunde gibt es nun schon seit Tausenden von Jahren, und plötzlich heißt es, dass das Füttern von rohem Fleisch oder Essensresten den Hunden sehr schlecht bekommt und sogar lebensgefährlich sein kann.  Da ist es schon erstaunlich wie Hunde es geschafft haben, trotzdem zu überleben. Schließlich ist die kommerzielle Hundefutterindustrie noch nicht einmal hundert Jahre alt. 

 

Nach dieser Einleitung hast Du bestimmt schon gemerkt, dass wir nicht so gut auf die Hundefutterindustrie zu sprechen sind.  Warum?  Man braucht sich dazu all diese "hochwertigen" Fertigfutter nur einmal genauer anzusehen, aber nicht die Verpackung - sondern den Inhalt!

 

Viele der populärsten Produkte am Markt sind voll von Zutaten die nicht für den menschlichen Verzehr geeignet sind. Diese kauft die Tierfutterindustrie üblicherweise von Lebensmittelherstellern günstig auf. Der Name dieser Zutaten ist "Beiprodukte" oder "Nebenerzeugnisse", wir denken aber das "Abfall" dafür eine passendere Bezeichnung ist.  Unter diesen Nebenerzeugnissen kann sich alles mögliche befinden, wie z.B. Blut, Eingeweide,  Knochenreste, Federn, und die Überreste von kranken oder verendeten Tieren. Von wegen leckeres Steak auf der Verpackung...   Damit hört es aber noch lange nicht auf. Da sich Fleischprodukte außerhalb eines Tiefkühlschrankes nun einmal nicht so lange halten, kommen nun auch noch  Zusatzstoffe und Konservierungsstoffe in das "leckere" Futterprodukt. Dadurch hält sich das Futter länger und die durch den Herstellungsprozess zerstörten Mineralien und Vitamine werden einfach künstlich ersetzt.  Ach ja, und was fürs menschliche Auge soll es ja auch noch sein, daher noch schnell einen Eimer Farbstoffe dazugemischt.

 

Als wäre das nicht schon schlimm genug, hier in den USA gab es vor nicht zu langer Zeit eine Serie von Fernsehberichten wo aufgedeckt wurde, dass sogar eingeschläferte Tiere aus Tierarztkliniken in den Futterverarbeitungsbetrieben angeliefert wurden. Schließlich ist da ja auch noch Protein drin!  Und wenn das noch nicht billig genug ist, gibt es ja auch noch das Melamin, eine Chemikalie die man üblicherweise in Industriereinigern oder Klebstoffen findet. Was hat das mit Deinem Hund zu tun?  Vor nur wenigen Jahren haben einige chinesische Zulieferer der weltweiten Tierfuttermittelindustrie bemerkt, dass man den nachweisbaren Eiweißgehalt eines Produktes durch hinzufügen von preiswertem Melamin (und anderen Verbindungen wie z.B. Cyanursäure)  auf billige Weise deutlich erhöhen kann. So wurde also Tonnenweise Melaninverseuchtes Weizengluten an Tierfutterhersteller auf der ganzen Welt geliefert.  Die Abnehmer? Alles was Rang und Namen in der Futtermittelindustrie hat. Das Resultat? Etwas mehr Geld in den Taschen der Futterindustrie und mehr als 8.000 (!!!) qualvoll verendete Haustiere allein in den Vereinigten Staaten.

 

Und was frisst Dein Hund?  Sicherlich gibt es auch Futterhersteller, die wirklich auf Qualität achten, man muss sich dann aber immer wieder wundern, warum gerade die sogenannten "Billiganbieter" (wie z.B. Aldi) bei unabhängigen Tests, mit am Besten abschneiden. 

 

Bevor man beurteilen kann, was man seinem Hund eigentlich so füttert, sollte man sich die Futterverpackung einmal genauer ansehen. Nicht den Selbstlob des Herstellers in den Werbetexten, sondern die Angabe der Zusammensetzung.  Von Gesetzeswegen her müssen auf dieser die Inhaltsstoffe in der Reihenfolge angegeben werden, in der sie gewichtsmäßig im Produkt vorhanden sind.

 

Da Hunde nun einmal von Natur aus Fleischfresser* sind, sollte also ein hochwertiges Fleischprodukt immer an erster Stelle angegeben sein (in "Lebensmittelqualität).  Also "Hühnerfleischmehl", "Truthahnfleischmehl", oder "Lammfleischmehl" wäre hier bei einem guten Futter angebracht. Vermeiden sollte man Futtersorten bei denen der Eiweißträger nur unspezifisch angegeben ist wie z.B. als "Fleisch", "Fleischmehl" oder "Geflügel". Bei diesen handelt es sich um Tierteile die von sonst wo herkommen können, und zwar ohne genaue Qualitäts- oder Kontaminierungskontrolle (z.B. Teile von kranken oder verendeten Tieren, Schweine, Pferde, Ratten, sowie anderen Schlachtabfällen). 

 

* Hier streiten sich mal wieder die Meinungen - zwischen denen die behaupten dass ein Hund ein reiner Fleischfresser ist, ein Omnivore oder sogar ein "Carnivore-Omnivore", (also ein Mittelding zwischen einem fleischfressenden Raubtier und einem Allesfresser). Wir wollen uns an diesem Streit nicht beteiligen, also sagen wir einfach mal der Hund ist ein Fleischfresser...  ;-)

 

Weiterhin sollte man vermeiden:

Mais, Getreide, Gluten oder Hirsemehl: Das sind alles Füller ohne nennenswerten Nährwert die den Hund satt machen sollen, aber von ihm nur schlecht zu verdauen sind weil er einen wesentlich kürzeren Verdauungstrakt hat als der Mensch.

 

BHA, BHT, Propylgallat, Ethoxyquin (oder E324) usw: Konservierungsstoffe, damit die Fette und Öle im Futter nicht schlecht werden (und die in Versuchen nachweisbar Krebserkrankungen bei Ratten und Mäusen verursacht haben).

 

Nebenerzeugnisse oder Beiprodukte, die alles mögliche wie Organe, Blut, Federn, Fell, Fettgewebe und sogar krankes Gewebe toter Tiere enthalten könnten - Abfall also!

 

Einige Beispiele:  (aus der Zooplus und Dog Partner Online Produktwerbung, Juli 2009)

 

Pedigree Complete Deutscher Schäferhund Hundefutter mit Geflügel + Reis, spezielle Gesundheitsformel für Deutsche Schäferhunde [Quelle]

Zusammensetzung: Getreide (mind. 4 % Reis im Reisbrocken), Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse (mind. 4 % Geflügel), pflanzliche Nebenerzeugnisse, Öle und Fette (mind. 2 % Kokosnussöl), Mineralstoffe, pflanzliche Eiweißextrakte. Mit Antioxidanzien (EG-Zusatzstoffe): BHA, BHT. Mit Farbstoffen (EG-Zusatzstoffe): Cochenillerot A, Brillantblau, Tartrazin. Mit Konservierungsstoffen (EG-Zusatzstoffe): Orthophosphorsäure, Kaliumsorbat.

 

oder

 

Eukanuba Breed Deutscher Schäferhund Hundefutter [Quelle]

Zusammensetzung: Huhn (>20%), Mais, Reis, Weizen, tierisches Fett, Geflügelmehl, getrocknete Zuckerrübenschnitzel, Hühnerproteinhydrolysat, Trockenvollei, Bierhefe, Kaliumchlorid, Sorghumhirsemehl, Natriumchlorid, Fischöl, Natriumhexametaphosphat, Fructooligosaccharide, Leinsamen, DL-Methionin, Glucosaminhydrochlorid, Chondroitinsulfat. Mit Antioxidantien EG-Zusatzstoffe: Tocopherole (Vitamin E)
 
oder

 

Canidae Dog 15,88 kg - für alle Lebenslagen entwickelt [Quelle]
Inhaltsstoffe: Hühnerfleischmehl, Truthahnfleischmehl, Lammfleischmehl, brauner Reis, weißer Reis, Reis, Erbsen, Kartoffeln, Haferflocken, gemahlene Perlgerste, HühnerFett (haltbar gemacht mit gemischten Tocopherole), Hirse, Tomatenfaser, natürliche Aromastoffe, Leinsamen, Meeresfischmehl, Cholinchlorid, sonnengetrocknetes Alfalfamehl, Inulin (aus Zichorien-Wurzel), Lecithin, Salbeiextrakt, Preiselbeeren, Beta-Carotin, Rosmarinextrakt, Sonnenblumenöl, schidigera Yucca-Extrakt; Pro- und Prebiotika: fermentierter Enterococcus faecium (getrocknet), fermentierter Lactobacillus acidophilus (getrocknet), fermentierter Aspergillus oryzae Extrakt (getrocknet), fermentierter Bacillus subtilis Extrakt (getrocknet), fermentierter Saccharomyces cerevisiae; Vitamine und Mineralstoffe: Vitamin E, Eisenaminosäurenchelat, Zinkaminosäurenchelat, Kupferaminosäurenchelat, Eisensulfat, Zinksulfat, Kupfersulfat, Kaliumjodid, Thiaminmononitrat (Vitamin B1), Manganaminosäurenchelat, Manganous Oxid, Ascorbinsäure, Vitamin A, Biotin, Kalzium Pantothenat, Mangansulfat, Natriumselenit, Pyridoxinhydrochlorid (Vitamin B6), Vitamin B12, Riboflavin, Vitamin D, Folsäure, Kobaltaminosäurenchelat, Bio-Selen, Papaya, Ananas.


Und welches Futter würdest Du wählen?  Leider sind die Auszeichnungsgesetze in Europa noch lange nicht so streng wie in den USA, daher gilt auch hier die Quizfrage: Wer nicht viel angiebt hat (a) nichts zu verbergen, oder (b) ... ?

 

Was also tun? 

 

Am Besten: Überhaupt kein kommerzielles Hundefutter mehr kaufen! Bereite Deinem Hund sein Futter einfach selbst zu, dafür gibt es im Internet eine Vielzahl von Artikeln, oder selbst Bücher bei Amazon.de die sich intensiv mit dem Thema Hundeernährung oder Rohfütterung beschäftigen. Das Resultat? Ein gesunder Hund mit glänzendem Fell, der nicht stinkt und nur kleine Häufchen macht...! Wie werden demnächst einen ausführlicheren Artikel darüber bringen, allerdings lohnt es sich jetzt schon einmal bei Gesunde Hunde vorbeizuschauen.

 

Oder: Falls Dir die Zubereitung von hausgemachtem Futter zu umständlich ist, kaufe eine holistische Fertigfuttersorte die den oben genannten Anforderungen bezüglich der Inhaltsstoffe am nächsten kommt. Einige Marken, mit denen wir selbst gute Erfahrungen gemacht haben, sind zum Beispiel, Solid Gold und Canidae. Natürlich gibt es noch weitere, empfehlenswerte Hersteller, aber selbst diese ändern manchmal ihre Futterzusammensetzung zum Nachteil Deines Hundes! 

 

Weiterhin, wenn Du regelmäßig auf Fertigfutter zurückgreifst, solltest Du dieses oft mit frischem, für den menschlichen Verzehr geeigneten, Lebensmitteln, wie grünen Salat, frischen Fleisch und pflanzlichen Ölen vermischen.
 
Wir sind keine Ernährungswissenschaftler, aber wir können die Inhaltsangaben auf den Fertigfutterverpackungen lesen und deuten. Das ist nicht schwer,  auch darüber gibt es einiges an Informationen online. Wenn Du also Deinem Hund etwas Gutes tun willst, beschäftige Dich einfach einmal damit.

 

Noch ein Hinweis, wir haben schon des öfteren gehört, dass Hundebesitzer ihre Tierärzte um Rat bei Futtermitteln gebeten haben. Unserer Meinung nach ist das,  als ob man seinen Zahnarzt bei einer Gehirnoperation zu Rate zieht. Tatsache ist, dass sich die meisten Tierärzte in Sachen Hundeernährung nicht auskennen, die wenigsten geben dies aber zu. Was dann empfohlen wird, ist meist das Futtermittel von dem Hersteller, der den letzten Tierärztlichen Kongress subventioniert hat, oder sogar von dem Vertreter,  der zu Weihnachten eine Kiste Wein rausspringen ließ. Also, fragen kann man ja gerne, -  das sollte aber niemals die eigenen Überlegungen zu diesem Thema ersetzen, höchstens ergänzen.