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Grundlagen der Hundeausbildung

 

 

1.) Bella ist nicht gleich Bella - Kein Hund ist gleich.

 

Vor vielen Jahren als mir meine Eltern endlich erlaubten einen eigenen Hund zu besitzen, kaufte ich einen neun Wochen alten Deutschen Schäferhund Welpen von einem guten Züchter in Karlsruhe.

Da Karlsruhe eine fast achtstündige Autofahrt von meiner damaligen Heimat in Norddeutschland entfernt ist, hatte ich nur ein paar Stunden um meinen neuen Hund aus einem Wurf von zwei Hündinnen und drei Rüden auszuwählen.

 

Ich wollte einen Rüden, das reduzierte meine Auswahl auf drei Kandidaten. Als ich dem Züchter nach etwa einer halben Stunde meine Wahl mitteilte lächelte dieser nur und sagte ich sollte mir das noch einmal überlegen. Er holte daraufhin eine Schüssel mit Welpenfutter und stellte diese in den Zwinger mit den Welpen.

 

 
 
Wolf, Sam and Steve
 
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Du kannst Dir bestimmt denken was dann geschah: Die Welpen hörten schlagartig auf zu spielen und stürzten sich auf das Futter. Alle bis auf einen. Einer der kleinen Rüden (welchen ich nicht gewählt hatte) ging als letzter auf die Schüssel zu, und sprang dann mit lautem knurren in das Knäuel der anderen Welpen.

 

Die anderen Welpen wichen sofort respektvoll zurück und hielten einen sicheren Abstand. Als der kleine Raufbold satt war verlies er den Fressnapf und die anderen Welpen fraßen weiter was noch übrig war. Zu diesem Zeitpunkt waren die Welpen erst neun Wochen alt. Nachdem ich das gesehen hatte, wusste ich warum mir der Züchter riet meine Wahl zu überdenken. Ich kaufte schließlich den kleinen Raufbold. Wolf war sein Name, und bis heute habe ich noch keinen willensstärkeren Hund getroffen als ihn.

 

Wolf war ein klassischer Alpha-Rüde, und einige meiner damaligen Schutzhundfreunde waren so beeindruckt von Wolfs Courage als junger Hund, dass diese ebenso zu seinem Züchter fuhren um sich zwei weitere Rüden aus einer Wurfwiederholung zu kaufen. Allerdings ging die Entwicklung der beiden Rüden aus der Wurfwiederholung in eine völlig andere Richtung und das Resultat waren richtige Angsthasen, wesentlich nervöser und ängstlicher als selbst ein nur durchschnittlicher Deutscher Schäferhund.

 

Was ist nun die Moral von der Geschichte'?  Es ist wichtig seine Hausaufgaben zu machen bevor man sich einen Hund kauft: Kaufe nur von seriösen Züchtern, achte auf den Stammbaum um die Gefahr von Erbkrankheiten zu vermeiden und schau Dir die Eltern des Hundes an, besonders wenn Du mit dem Hund aktiv Sport betreiben willst.


ABER! Selbst wenn Du auf alles achtest, Du weist nie, was aus Deinem Hund wird. Was das angeht sind Hunde wie Menschen, keiner von uns ist gleich. Das betrifft auch unser Lernverhalten. Man kann eine Alpha-Tier nicht auf die gleiche Art und Weise erziehen wie einen scheuen Hund, aber man kann beide effektiv trainieren, jeden auf seine Art. Es ist daher erstaunlich das es immer noch Hundetrainer gibt die ihre Hunde immer nach Schema-F trainieren. Das ist sicher bequem für den Trainer, aber es ist völlig falsch für den Hund.

 

Bevor Du mit der Ausbildung Deines Hundes beginnst, denke darüber nach was ihn motiviert und was nicht. Einige Hunde machen alles für ein Leckerli, andere wiederum wollen immer nur spielen. Manche Hunde lernen etwas Neues in nur 5 Minuten, andere wiederum brauchen dafür 5 Tage. Mehr über Motivationsmethoden ein wenig später.

 

 

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